Jetzt sind wir in Hoi An. Einige hundert Kilometer weiter im Norden, also so Mitte Vietnam.
Schnell hatten wir uns geeinigt, dass dies die schoenste Stadt ist, die wir bisher gesehen haben.
Hoi An ist eine historische Stadt, alles im franzoesischen Kolonialstil. Wunderschoen. Abends werden die Gassen gesperrt, so dass keine Motorroller mehr hinein duerfen und alle Laeden machen Lampions an, wirklich eines der schoensten Bilder, die wir bisher gesehen haben!
Es hat die letzten zwei Tage aber ziemlich heftig geregnet. In dieser Stadt ist jetzt Regenzeit. Wir blicken da nicht mehr wirklich durch, irgendwie gibt es wirklich in jedem Kuhdorf andere Trocken- und Regenzeiten... Naja, hat uns aber nicht so viel ausgemacht, denn Strand hatten wir erstmal eine Menge und ausserdem waren die Temperaturen wieder ertraeglich. (heute ist es wieder einfach nur schweineheiss und wir zerfliessen)
Hoi An ist ausserdem beruehmt fuer seine Schneider. Das hatten wir schon in Kambodscha gehoert und Menschen getroffen, die sich alle moeglichen Klamotten haben massschneidern lassen. Wir haben bis vor ein paar Tagen ziemlich darueber gelacht, fanden es dekadent und bekloppt - vielleicht ein Hemd, aber mehr auch nicht. Ja, dann kamen wir hier her und es gibt wirklich in jedem zweiten Haus einen Schneider. Das hoert sich jetzt gar nicht so spektakulaer an, aber die Klamotten sind einfach wunderschoen, so was gibts bei uns gar nicht. Also konnten wir nicht wiederstehen, haben unser Geld auf dem Konto zu Hause gezaehlt, ueberlegt, was wir eh brauchen, wenn wir wieder zu Hause sind. Der Zufall wollte es, dass wir beim Kaffeetrinken eine nette Vietnamesin getroffen haben, die uns wirklich gute Preise angeboten hat. Den gestrigen Abend haben wir also in einem Geschaeft verbracht, wurden vermessen, haben uns durch tausende von Stoffen gewuehlt, Zeitungen durchforstet und so weiter. Spaeter wurden wir dann noch zu einem echten vietnamesischen Essen eingeladen.
In einer Stunde koennen wir alles anprobieren, ich bin schon sehr aufgeregt! Basti kriegt einen Anzug, huhu! (Isi, hoffentlich liest du das nicht - was haben wir ueber die Deutsche gelaestert. Aber wenn du die Sachen gesehen haettest, wuerdest du uns jetzt verstehen!)
Wir machen spaeter Fotos von uns und versuchen sie nochmal ins Internet zu stellen. Dann schicken wir naemlich alles nach Hause, weil wir Angst haben, dass es nicht die Reise uebersteht. Per Boot dauert das genau so lange, bis wir wieder zu Hause sind.
Es gibt aber noch so einiges, was die Stadt fuer uns so schoen macht: die Bars brauen ihr eignenes Bier, das ist super guenstig und super lecker.
Vietnam ist sowieso bisher unser Lieblingsland. Wir hatten gar nicht so viel Gutes gehoert, aber wir treffen bisher die freundlichsten Menschen und die Atmosphaere ist irgendwie sehr besonders. Und dann gibt es noch den besten Kaffee der Welt, wow!
Achja, zum Thema Essen muessen wir noch was lustiges erzaehlen. Vietnam ist doch etwas reicher, es gibt auch etwas Tourismus und somit viele richtige Restaurants, die aber eigentlich zu teuer fuer uns sind - auch wenn es mit unseren Preisen verglichen wenig Geld ist. Wir haben uns jedenfalls immer mehr an das Essen in der Strasse getraut, inzwischen essen wir nur noch so. Auf Miniplastikstuehlen in kleinen Gassen. Sogar das Fleisch vertragen wir mittlerweile. Das ist sehr guenstig, es schmeckt wirklich toll und die Leute freuen sich immer ueber uns. Vor allem, wenn wir wiederkommen. Manchmal essen wir halt Sachen, von denen wir nicht wissen, was es ist, weil wir einfach nicht fragen koennen und nur mit Gesten beschreiben, dass wir Essen fuer zwei Leute wollen. Und oft steht dann die Koechin neben unserem Tisch und guckt uns fasziniert dabei zu wie wir essen. Oder verbessert uns sogar, weil wir irgendwas falsch machen und tut dann noch Kraeuter darauf oder fuettert uns halb - wirklich lustig. Aber manchmal komisch, dann nicht in Ruhe essen zu koennen (oder die ekligen Kraeuter einfach wegzulassen!!!)
Hier also unser Strassenrestaurant (man beachte das Geschirrspuelen im Vordergrund, ganz hinten die Koechin):
Morgen gehts weiter nach Hue, ein bischen weiter gen Norden, obwohl wir heute gemerkt haben, dass wir ruhig noch etwas laenger haetten bleiben koennen. Aber irgendwie laeuft die Zeit ganz schoen schnell und es gibt so viele Orte an denen wir schon haetten haengen bleiben koennen!
Lasst es euch gut gehen und aergert euch nicht ueber eure Arbeit, die Vietnamesen muessen sieben Tage pro Woche arbeiten. Krass, oder?! Einige Dinge schrecken einen dann doch davon ab hier haengen zu bleiben...
oohaa - 30. Sep, 07:46